General Motors rettet Saab
Geplaatst: di 01 mar, 2005 1:03
Es kann weitergehen: Saab-Werk in Trollhättan
28. Februar 2005 Die schwedische Automobilmarke Saab ist gerettet. General Motors, die amerikanische Muttergesellschaft, hat sich nach Informationen dieser Zeitung zu einer Milliardeninvestition in die wirtschaftlich schwer angeschlagene Marke entschieden.
Das derzeit nur aus zwei Baureihen (Typen 9-3 und 9-5) bestehende Angebot soll verdoppelt und die Modellvielfalt deutlich erhöht werden. Die Entscheidung bedeutet auch die Rettung für das schwedische Saab-Werk Trollhättan und die dort beschäftigten Mitarbeiter, denn die neuen Produkte sollen überwiegend in Schweden produziert werden. Wie das Produktprogramm und die Neuaufstellung von Saab aussehen sollen, will GM innerhalb der kommenden Tage bekanntgeben.
Zugeständnisse der Mitarbeiter
Die Entscheidung wurde möglich, weil die Mitarbeiter in Trollhättan weitreichende Zugeständnisse über Entlohnung und Arbeitszeiten gemacht und die Landesregierung eine erheblich bessere Infrastruktur für das logistisch ungünstig gelegene Werk in Westschweden versprochen hat. Diese Anstrengungen wurden eigentlich im Zuge des monatelangen Wettbewerbs zwischen Trollhättan und dem deutschen Opel-Standort Rüsselsheim um die Fertigung der neuen Mittelklassemodelle unternommen. Hier unterlag Trollhättan; die Nachfolgemodelle von Opel Vectra und Saab 9-3 sollen von Herbst 2007 an in Rüsselsheim gebaut werden.
Allerdings zahlen sich die Bemühungen für die Schweden jetzt aus. „Durch die Verbesserungen sind Rüsselsheim und Trollhättan künftig so wettbewerbsfähig, daß beide Werke im Fertigungsverbund von General Motors eine Zukunft haben”, heißt es aus dem Vorstand. Beide Werke erhielten Aufträge, die ihre Existenz über das Jahr 2010 hinaus absicherten. Rechnet man einen normalen Modellzyklus, der rund sieben Jahre beträgt, müßten die beiden Werke bis etwa 2015 abgesichert sein. Hierzu gibt es aber noch keine verwertbaren Aussagen.
Am seidenen Faden
Der Fortbestand von Saab hing bis zuletzt am seidenen Faden. Der schwedische Hersteller produziert seit Jahren hohe Verluste. Allein in den vergangenen drei Jahren ging rund 1 Milliarde Dollar verloren. Einige Führungskräfte von GM plädierten deshalb und plädieren noch immer für die Einstellung oder den Verkauf von Saab. Die Konzernspitze erwartet nun aber, daß mit den neuen Plänen und dem Abbau von rund 12.000 Arbeitsplätzen in Europa das Problem deutlicher Überkapazitäten und hoher Verluste beseitigt wird.
Das Rettungspaket für die europäischen Standorte beinhaltet auch neue Aufträge für das Werk in Kaiserslautern. Dort werden Komponenten und Motoren gefertigt. Kaiserslautern soll nun den zusätzlichen Auftrag zur Fertigung eines Dieselmotors bekommen. Das Werk stand lange zum Verkauf, allerdings fand Opel keinen Käufer. Mit dem neuen Auftrag scheint der Verbleib im Konzern gesichert.
Brisanter Plan
Des weiteren plant GM den Aufbau eines Kompetenzzentrums für moderne Dieselmotoren (Common Rail) in Turin. Das ist brisant, denn die Amerikaner haben gerade erst die Zusammenarbeit im Motoren- und Getriebebau mit dem in einer Existenzkrise steckenden italienischen Hersteller Fiat (Firma Powertrain) gegen die Zahlung eines Milliardenbetrages beendet.
Dabei haben sie die Rechte zur Weiterentwicklung der Dieselaggregate gekauft - eine Technik, in der GM bislang erheblichen Rückstand hatte. Daß GM ausgerechnet am Fiat-Standort Turin sein Kompetenzzentrum errichtet, werten Beobachter schon als Kampfansage gegen den ehemaligen Partner. „Die werden versuchen, die besten Ingenieure von Fiat abzuwerben”, sagt ein Mitarbeiter.
28. Februar 2005 Die schwedische Automobilmarke Saab ist gerettet. General Motors, die amerikanische Muttergesellschaft, hat sich nach Informationen dieser Zeitung zu einer Milliardeninvestition in die wirtschaftlich schwer angeschlagene Marke entschieden.
Das derzeit nur aus zwei Baureihen (Typen 9-3 und 9-5) bestehende Angebot soll verdoppelt und die Modellvielfalt deutlich erhöht werden. Die Entscheidung bedeutet auch die Rettung für das schwedische Saab-Werk Trollhättan und die dort beschäftigten Mitarbeiter, denn die neuen Produkte sollen überwiegend in Schweden produziert werden. Wie das Produktprogramm und die Neuaufstellung von Saab aussehen sollen, will GM innerhalb der kommenden Tage bekanntgeben.
Zugeständnisse der Mitarbeiter
Die Entscheidung wurde möglich, weil die Mitarbeiter in Trollhättan weitreichende Zugeständnisse über Entlohnung und Arbeitszeiten gemacht und die Landesregierung eine erheblich bessere Infrastruktur für das logistisch ungünstig gelegene Werk in Westschweden versprochen hat. Diese Anstrengungen wurden eigentlich im Zuge des monatelangen Wettbewerbs zwischen Trollhättan und dem deutschen Opel-Standort Rüsselsheim um die Fertigung der neuen Mittelklassemodelle unternommen. Hier unterlag Trollhättan; die Nachfolgemodelle von Opel Vectra und Saab 9-3 sollen von Herbst 2007 an in Rüsselsheim gebaut werden.
Allerdings zahlen sich die Bemühungen für die Schweden jetzt aus. „Durch die Verbesserungen sind Rüsselsheim und Trollhättan künftig so wettbewerbsfähig, daß beide Werke im Fertigungsverbund von General Motors eine Zukunft haben”, heißt es aus dem Vorstand. Beide Werke erhielten Aufträge, die ihre Existenz über das Jahr 2010 hinaus absicherten. Rechnet man einen normalen Modellzyklus, der rund sieben Jahre beträgt, müßten die beiden Werke bis etwa 2015 abgesichert sein. Hierzu gibt es aber noch keine verwertbaren Aussagen.
Am seidenen Faden
Der Fortbestand von Saab hing bis zuletzt am seidenen Faden. Der schwedische Hersteller produziert seit Jahren hohe Verluste. Allein in den vergangenen drei Jahren ging rund 1 Milliarde Dollar verloren. Einige Führungskräfte von GM plädierten deshalb und plädieren noch immer für die Einstellung oder den Verkauf von Saab. Die Konzernspitze erwartet nun aber, daß mit den neuen Plänen und dem Abbau von rund 12.000 Arbeitsplätzen in Europa das Problem deutlicher Überkapazitäten und hoher Verluste beseitigt wird.
Das Rettungspaket für die europäischen Standorte beinhaltet auch neue Aufträge für das Werk in Kaiserslautern. Dort werden Komponenten und Motoren gefertigt. Kaiserslautern soll nun den zusätzlichen Auftrag zur Fertigung eines Dieselmotors bekommen. Das Werk stand lange zum Verkauf, allerdings fand Opel keinen Käufer. Mit dem neuen Auftrag scheint der Verbleib im Konzern gesichert.
Brisanter Plan
Des weiteren plant GM den Aufbau eines Kompetenzzentrums für moderne Dieselmotoren (Common Rail) in Turin. Das ist brisant, denn die Amerikaner haben gerade erst die Zusammenarbeit im Motoren- und Getriebebau mit dem in einer Existenzkrise steckenden italienischen Hersteller Fiat (Firma Powertrain) gegen die Zahlung eines Milliardenbetrages beendet.
Dabei haben sie die Rechte zur Weiterentwicklung der Dieselaggregate gekauft - eine Technik, in der GM bislang erheblichen Rückstand hatte. Daß GM ausgerechnet am Fiat-Standort Turin sein Kompetenzzentrum errichtet, werten Beobachter schon als Kampfansage gegen den ehemaligen Partner. „Die werden versuchen, die besten Ingenieure von Fiat abzuwerben”, sagt ein Mitarbeiter.